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kyangjin
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Sonntag, 16. April 1995 Wetter: sonnig und kalt, in Kyangjin Schneefall Strecke: Yala Kharka - Tsergo Ri Nord - Yala Kharka - Kyangjin max. Höhe: ca. 4980 (5140) m ü.NN >>> Vati stand heute früh schon 5.30 Uhr auf, wie acht weitere Mitglieder unserer Gruppe, weil er heute den ca. 5500 m hohen Yala Peak besteigen wollte. Auch ich wurde relativ zeitig munter. Einmal durch die Kälte im Zelt (-1°C) und zum anderen durch meinen schmerzenden Rücken. Ich ging schnell auf Toilette und dann wieder in den Schlafsack. Wenig später kam Harka mit heißem Tee ans Zelt und teilte mit, dass das Frühstück fertig sei. Also stand ich auf und ging Müsli essen. Eigentlich wollten Gudrun, Heinz und ich den Tsergo Ri Nord besteigen. Heinz wollte aber nun doch im Lager bleiben, um sein Bein zu schonen. Und so brachen Harka, Gudrun und ich alleine auf. Es ging immer durch tiefen Schnee bergauf. Auf 4720 m gab Gudrun auf und ging zurück. Harka fragte mich, ob ich auch zurück wolle. Ich verneinte. Denn, wenn ich schon einmal so weit gekommen bin, wollte ich schon nach ganz oben. Also ging es weiter. Jeder Schritt verlangte viel Überwindung und Anstrengung. Manchmal wollte ich umdrehen und zurückgehen. Aber dann sagte ich mir, jetzt bist du schon soweit gekommen, jetzt gehst du auch weiter. Als wir auf dem Gipfel angekommen waren, zeigte mein Höhenmesser 4980 m an. Da ich nicht sicher war, welcher Gipfel es nun tatsächlich ist und die Höhenangaben stark differieren, auf welchen ich den Höhenmesser früh eingestellt hatte, kann es durchaus noch höher gewesen sein. Jetzt muss ich bis morgen warten, um mit der Alpenvereinskarte, die Vati mit hat, den genauen Gipfel mit der richtigen Höhe herauszubekommen. Vielleicht ist es ein Fünftausender. Auf jeden Fall war ich heute höher als der Mont Blanc in Europa. Ca. 10.15 Uhr waren Harka und ich zurück im Zeltlager. Hier packte ich meinen Rucksack und stieg dann mit Harka, Gudrun und Heinz nach Kyangjin ab. Auf dem 3 -Stunden-Weg nach Kyangjin habe ich mir eine Menge durch den Kopf gehen lassen und bin mir nun bewusst geworden, dass ich meine liebe Conny noch in diesem Jahr heiraten möchte. Ich hoffe, sie will mich noch. Am schönsten wäre es, wenn wir im Sommer in Dresden heiraten könnten. Mal sehen, vielleicht klappt es. Jetzt muss ich aber zuerst einmal gesund und munter in Neuenburg ankommen und dann kann ich Conny fragen. Zurück in Kyangjin stellte ich meinen Rucksack ab, trank etwas und ging dann den anderen entgegen. Ich nahm Gudrun und Heinz ihre Rucksäcke ab, und brachte sie schnell nach Kyangjin. Eile war auch geboten, denn es fing heftig an zu schneien. Nach einer Stunde am warmen Ofen in der Lodge gingen wir zu dritt Joghurt mit Honig essen, kauften 300 g Käse und gaben jedem Träger ein Stück ab. Sie freuten sich alle. Am Abend schaute ich in der Alpenvereinskarte nach dem heute von mir bestiegenen Gipfel und dieser wurde hier mit 5140 m angegeben. Absoluter Höhenrekord für mich! <<< |
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