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Freitag, 21. April 1995 Wetter: sonnig, trocken und warm Strecke: Busfahrt von Syabru Bensi über Dhunche und Trisoli Bazar nach Kathmandu >>> Was für ein aufregender Tag. Früh standen wir 6.00 Uhr auf, um pünktlich am Bus zu sein. 6.30 Uhr hieß es dann plötzlich, der Bus fährt heute nicht, weil alle Busfahrer in Nepal für mehr Geld streiken. Ein englisch sprechender Porter erklärte mir, dass die Tickets zurückgenommen werden. Also gaben wir unsere Tickets wieder ab und bekamen unsere 656 Rupie für die Fahrt von Syabru Bensi nach Kathmandu wieder ausbezahlt. 10 min. später sollte der Bus dann doch fahren, aber nur bis Dhunche. Unsere Träger waren sehr unsicher und wollten nicht einsteigen. Sie wollten in Syabru Bensi warten. So legte ich fest, dass wir die gesamte Ausrüstung auf den Bus laden und wenigstens die 14 km bis Dhunche mitfahren. Mit etwas Nachdruck waren unsere Porter auch bereit, dies zu tun. Gegen 8.00 Uhr waren wir in Dhunche. Dort sollte nach den bisherigen Informationen für heute Schluss sein. Doch dort stand eine Überraschung für uns. Ein Bus sollte nun doch bis Kathmandu fahren und der Bus, mit dem wir gekommen waren, wollte zurück nach Syabru Bensi. Warum weiß ich nicht. Vielleicht wollte der Busfahrer seine Verwandten besuchen. Ich schickte einen englisch sprechenden Porter und Heinz zum Ticket kaufen und bezahlte die Fahrt von Syabru Bensi nach Dhunche. Diese sollte nun 400 Rupie kosten. Und dass, wo gestern noch die Fahrt von Syabru Bensi nach Kathmandu 656 Rupie gekostet hatte. Als Heinz zurück kam, teilte er mir mit, dass die Fahrt von Dhunche nach Kathmandu jetzt 1040 Rupie kostet. Ich denke das ganze Verwirrspiel wurde nur veranstaltet, um die ausländischen Trekker zu verunsichern und dann die Preise in die Höhe zu treiben. Mit viel Glück bekamen Heinz und ich noch einen Sitzplatz und außerdem mussten wir in aller Eile die Ausrüstung von dem einem Bus abladen und auf den anderen Bus wieder aufladen. Im Bus war es sehr warm und eng und immer mehr Einheimische drängten in das Innere. Von einer alten Nepalesin und ihren zwei Enkelinnen nahm ich das Gepäck auf den Schoß und eine Amerikanerin ließ die kleinere von beide, ca. 5 Jahre auf ihren Schoß. Nach 8 Stunden im heißen, stickigen Bus und in drangvoller Enge waren wir am Stadtrand von Kathmandu. Der Fahrer teilte uns mit, dass heute hier Endstation sei. Uli hatte uns erklärt, dass der Bus nur 200 m vom Hotel "Shakti" hält. Also versuchte ich den Busfahrer zum Weiterfahren zu überreden. Ich machte sogar ein paar Fotos von ihm. Nach 10 min. aktiver "Bestechung" erklärte sich der Busfahrer bereit, uns 7 Mann weiter mitzunehmen. Auf dem Hof des Busdepots war dann endgültig Schluss. Dies wäre kein Problem gewesen, wenn nicht die Taxifahrer von Kathmandu an diesem Tag wirklich gestreikt hätten. Also mussten wir uns etwas einfallen lassen, wie wir die 7 großen Ausrüstungsstücke unserer Gruppe die zwei Kilometer bis zum Hotel "Shakti" bekamen. Unser Koch und unsere Porter organisierten uns drei Fahrrad-Rikscha. Eine für Heinz und mich und zwei Lasten-Rikschas für die Ausrüstung. Mit 100 Rupie pro Rikscha machten deren Fahrer ein Bombengeschäft. Eine Viertelstunde später waren wir dann endlich am Hotel. Hier organisierten wir unsere zurückgelassenen Sachen und Pässe. Sie waren vor unserer Abreise von Uli im Hotelsafe deponiert worden. Nachdem die Ausrüstung verstaut war, erhielten der Koch und die Porter je 400 Rupie Trinkgeld. Dann verabschiedeten wir uns und sagten Ihnen, dass sie nächste Woche wiederkommen sollten, damit wir Ihnen ein paar kleine Geschenke überreichen konnten. <<< |
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