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kathmandu
teil II
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Montag, 24. April bis Sonntag, 30. April 1995 Wetter: sonnig und warm, gelegentlich Gewitter Strecke: Kathmandu und Patan max. Höhe: ca. 1300 m ü.NN >>> Heute war wieder ein Tag endlosen Wartens auf den Heimflug. Dazu muss ich sagen, dass der Urlaub in Nepal für mich persönlich eine Woche zu lang war. Dadurch, dass ich mit dem Bus aus dem Himalaja zurück gekommen bin, war ich bereits vergangenen Freitag in Kathmandu und musste mich nun eine Woche lang bis zum Abflug gedulden. Dadurch, dass wir zu Beginn unseres Urlaubs schon die meisten Sehenswürdigkeiten im Kathmandutal besichtigt hatten, gab es nun nicht mehr allzu viel zu tun. Aufgestanden bin ich heute erst 10.00 Uhr, in der Hoffnung, dass der heutige Tag nicht so lang ist. Frühstück habe ich ausfallen lassen und bin gleich Richtung New Road gelaufen. Im dortigen "Super Market" klapperte ich alle Uhrengeschäfte ab, in der Hoffnung, eine Uhr, am besten einen Chronographen zu finden, welcher mir gefällt. In einem Laden wurde ich auch fündig. Ein Chronograph von Citizen. Leider war das Armband viel zu klein und außerdem hatten sie keine Bedienungsanleitung für die Uhr. Also entschloss ich mich schweren Herzens wieder zu gehen. Nachdem wir die New Road rauf und runter gegangen waren, aßen wir Mittag. Anschließend gingen wir zurück zum Hotel, wo sich Heinz aufs Ohr legte und ich eine Stunde gelesen habe. Die ganze Zeit ging mir die Uhr nicht aus dem Kopf. Und nach langem Überlegen machte ich mich noch einmal auf zum Uhrenhändler. Ich schaffte es, ihn zu bewegen, aus dem Armband einer Uhr gleichen Bautyps zwei Glieder herauszunehmen und bei mir einzusetzen. Damit war das erste Problem gelöst. Zur Lösung des zweiten Problems überredete ich ihn, aus der Gebrauchsanleitung einer ähnlichen Uhr die Beschreibung herauszureißen. Bezahlt habe ich mit meiner Kreditkarte. Zufrieden kehrte ich gegen 14.45 Uhr ins Hotel zurück. Ich setzte mich in die Hotelhalle und probierte die wichtigsten Funktionen schon einmal durch. 18.00 Uhr verließen wir das Hotel zum Abendbrotessen und landeten am Ende in einer richtigen Pizzeria. Die Wirtin war aus Italien und die Pizza, welche ich bestellte, war vorzüglich und so groß, wie in der Pizzeria in Schliengen, mit dem Unterschied, dass sie statt 12,00 DM nur 4,50 DM kostete. Nach dem Abendbrot machten wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang und gegen 20.15 Uhr waren wir im Hotel zurück. Auch in den nächsten Tagen passierte nichts Aufregendes mehr. Am Dienstag traf ich mich früh mit dem Hotelportier, welcher heute seinen freien Tag hatte, damit er mir noch ein paar geheime Ecken von Kathmandu zeigt. Als erstes zeigte mir Kala den sogenannten Water Garden von Kathmandu. Dieser war von einem früheren König angelegt worden. Nach ca. 1 Stunde Besichtigung fuhren wir mit der Motorrikscha zurück nach Thamel. In einem Geschäft, in welchem T-Shirts bestickt werden, bestellte ich eins für Erik mit Mickey-Mouse-Motiv. Mittag aßen wir im "Rum Doodle". Das Essen war sehr schmackhaft, aber nicht sehr preiswert. Gut gestärkt zeigte uns unser Führer noch die Innenstadt von Kathmandu. So sahen wir zwei Moscheen, mehrere Colleges und den Königspalast, um welchen wir einmal herumliefen. Im Hotel trafen wir dann auch die ersten Heimkehrer vom Rest unserer Gruppe. Sie waren schneller zurück als erwartet. Gudrun, Manfred, Steffen, Bernd, Christian und Vati waren bereits zurück. Uli, Rainer und Jürgen wurden für heute Abend erwartet und außerdem erfuhr ich, dass Achim unterwegs erkrankt war und zurück nach Dhunche gehen musste. Eigentlich sollte er schon am Sonntag zurück sein. Wo er jetzt war, wusste keiner genau. Zu unserer Beruhigung traf er am Abend im Hotel ein. Zum Abendbrot führten wir die Zurückgekehrten in die Pizzeria in welcher wir schon gestern gegessen hatten. Leider waren alle Tische besetzt und so gingen wir in das tibetanische Restaurant eine Treppe weiter. Am Abend telefonierte ich noch mit Conny und verabredete mich mit ihr für Sonntag auf dem Flughafen Frankfurt. Mittwoch früh aßen wir alle gemeinsam Frühstück im Hotelrestaurant und nach einer kleinen Besprechung verbrachten wir den Tag einzeln oder in kleinen Grüppchen. Ich ging mit Vati in die Stadt und kaufte einen Seesack als Übersack für meinen Rucksack bei der Flugreise von Kathmandu nach Frankfurt. Mittag aßen wir in der Pizzeria "Fire and Ice". Nach dem Mittagessen gingen Vati, Jürgen und ich zur New Road. Vati kaufte hier eine Armbanduhr für Anne, sowie eine sehr schöne Kette mit Natursteinen (Tigereyes) und Silber. 16.00 Uhr waren wir zurück im Hotel, denn die Träger sollten heute noch vorbeischauen. So hatte ich es ihnen zumindest letzten Freitag gesagt. Leider kamen sie nicht, also schauten wir in der Gruppe die Bilder vom Trekking an, welche Gudrun hatte entwickeln lassen. Abendbrot aßen wir wieder im Dachcafé, wo wir schon öfters gegessen hatten. An dieser Stelle muss ich sagen, dass die Stimmung in der Gruppe zu diesem Zeitpunkt sehr gereizt war, weil jeder, der eine gibt es zu, der andere nicht, endlich nach Hause möchte, aber noch nicht kann. Bernd sagte, ihm wäre es recht, und da schließe ich mich voll an, wenn der Abflug morgen früh wäre. Aber da müssen wir noch etwas warten. Am Donnerstag früh wachte ich umkreist von einer Mücke auf. Es war 4.00 Uhr. Nachdem ich mich dieser besch... Situation 10 min. ausgesetzt hatte, zog ich meine Hosen und ein T-Shirt an, nahm den Schlafsack und legte mich auf die Dachterrasse des Hotels. Hier war es kühl und vor Mücken hatte ich auch Ruhe. Bis 7.10 Uhr schlief ich noch und dann wurde ich geweckt durch die warmen Strahlen der Sonne. Nach dem Frühstück machten sich Bernd und ich auf den Weg zur deutschen Botschaft. Bernd wollte wissen, was es für Entwicklungshilfsprojekte in Nepal gibt. In der Botschaft herrschte eine sehr "vertrauenerweckende" Atmosphäre mit Panzerglasscheiben und Wechselsprechanlage. Als wir dann auch noch mit Grüß Gott empfangen wurden, konnten Bernd und ich uns nur noch wundern. Die junge Frau hinter der Scheibe gab uns die Adresse einer privaten Gesellschaft aus Deutschland in Patan. Diese Gesellschaft, die "Gesellschaft für technische Zusammenarbeit" (GTZ) handelt hier in Nepal im Auftrag der Bundesregierung. Wir bedankten uns artig und machten uns auf den Weg nach Patan. Zu Fuß war dies eine ganz schöne Tortur. Nicht wegen der Wegstrecke, nein, wegen der dicken Luft, welche das Atmen schwer machte. In Patan fanden wir das Büro der GTZ sofort und hatten ein kurzes Gespräch mit einer einheimischen Sekretärin. Wir verließen das Gebäude mit einer Liste der Projekte und Kontaktadressen. In Patan am Durbar Square aßen wir Mittag. Dann fuhren wir mit der Motorrikscha zurück nach Thamel. Am Nachmittag gammelten wir im, am und um das Hotel herum und zum Abendbrot landeten wir im "Old Vienna Inn". Ich aß ein Courdon Bleu mit Kartoffelsalat. Gegen 22.00 Uhr waren wir zurück im Hotel und ich legte mich zum Schlafen gleich auf die Dachterrasse. Freitag war ein Tag wie jeder andere in Kathmandu. Frühstück im Hotel, dann faulenzen, Mittagessen im "Old Vienna Inn", wo wir einen Restaurantbrand verhinderten. Am Nachmittag war ich mit Vati eine grüne Antilopenlederjacke kaufen und anschließend in der Zahnklinik der amerikanischen Botschaft. Vati waren auf dem Rückweg die Zähne aus seiner Brücke gebrochen und diese wurde hier für 50 US-Dollar repariert. Am Abend waren wir im "Rum Doodle" zum Abschiedsessen mit Harka verabredet. Zu diesem Anlass wurden auch unsere Gruppen-T-Shirts, welche wir bestellt hatten, verteilt. Sonnabend früh wachte ich 8.00 Uhr im viel zu warmen Schlafsack auf dem Hoteldach auf. Gefrühstückt habe ich im Hotel, im Anschluss daran meine Turnschuhe gewaschen und zum Trocknen auf das Dach gebracht. Diese Gelegenheit nutzte ich zu einem 40minütigen Sonnenbad und ging mich anschließend duschen und meldete mich danach bei Manfred und Gudrun zum Bilder sortieren. Mittag aß ich im Hotel und packte dann meine Sachen zusammen. 18.00 Uhr trafen wir uns mit einem nepalesischen Freund von Manfred und Gudrun. Dieser führte uns in eine erstklassige nepalesische Gaststätte, ins "Kathmandu Kitchen". Hier aßen wir vorzüglich und Madhuban beantwortete in sehr aufgeschlossener Art und Weise unsere Fragen zu Nepal. Sonntag!!! Heute sollte es nun zurück in die Heimat gehen. Geschlafen habe ich die letzte Nacht in Kathmandu wieder auf dem Hoteldach. Aufgestanden bin ich 4.45 Uhr und nach einer erfrischenden Dusche packte ich meine Sachen endgültig zusammen und brachte den Seesack und das Handgepäck in die Hotelhalle. 5.30 Uhr kamen die zwei Kleinbusse, welche uns zum Flughafen bringen sollten. Ca. 20 min. später waren wir da und begannen sofort mit dem Einchecken. Es klappte alles reibungslos und gegen 7.00 Uhr waren wir durch die Sicherheitskontrolle. Für 7.30 Uhr war das Boarding vorgesehen. Mit einer Viertelstunde Verspätung war es dann soweit und genau 8.30 Uhr hob die Maschine vom Rollfeld in Kathmandu ab. Diesmal hatte ich einen Fensterplatz bekommen, etwas ungünstig über der Tragfläche, aber immerhin. Kurz nach dem Start gab es das Frühstück und die Flugzeit bis Dubai verbrachten wir mit Lesen, Tagebuch schreiben, Bilder anschauen und Schlafen. In Dubai landeten wir etwas eher als geplant. Hier hatten wir eine Stunde Aufenthalt. Diese Zeit nutzte ich und kaufte im Duty Free für Conny noch zwei CDs von East 17. Nach dem Start gab es Mittagessen und anschließend wurde der Film "Junior" im Bordkino gezeigt. Jetzt ist es 14.15 Uhr MESZ und wenn wir Glück haben, könnten wir in 2 ½ Stunden in Frankfurt landen. Hier enden meine Tagebuchaufzeichnungen, deshalb versuche ich jetzt den Rest aus dem Kopf hinzuzufügen. In Frankfurt landeten wir pünktlich und nachdem wir unser Gepäck besorgt hatten, verließ ich die Gepäckausgabe und wurde direkt davor von Conny und Erik erwartet. Das war eine Wiedersehensfreude nach so langer Zeit. Peter und Steffi waren auch mit zum Flughafen gekommen. In einem Flughafen Café tranken wir eine Kleinigkeit und ich erzählte schon die ersten Erlebnisse . Bezahlt habe ich mit den letzten Dollars. Die Rückfahrt nach Neuenburg wurde von mir ständig unterbrochen, weil ich seit dem Rückflug Durchfall habe. Es war ein erlebnisreicher, teilweise sogar abenteuerlicher Urlaub, an welchen ich bestimmt lange denken werde. <<< |
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